Woche in Taize      

Eine Woche in Taize

vom Sonntag, 24.06. bis Sonntag 01.07.2007 machten 7 Gemeindemitglieder aus St. Dionysius eine Pilgerfahrt zum kontinuierlichen Jugendtreffen in Taize (Burgund)
Man kann es nicht beschreiben, man muss es selbst erleben

   Taube Taize




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Angekommen nach 8 Stunden Fahrt im VW-Bus, Quartier bezogen. Was wird uns wohl in dieser Woche erwarten?

  Ja, ja, kaum angekommen, und schon dies...
Diakon Ogrowowczyk, Stefan Söllenböhmer und Andreas Stölker waren in den Baracken für Jugendliche untergebracht

  Die Erwachsenen Frau Hengst, Frau Müller und Frau Lomp waren in den Zimmern für Senioren einquartiert. Herr Vikar Linden schlug sein Zelt auf (und war damit nicht alleine...)

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Das erste Abendessen: Gedränge vor der Essensausgabe (für Jugendliche)

  Am Abend war das Oyak, eine Art Kiosk) ein beliebter Anziehungspunkt: Jeder Pilger (über 16) erhielt maximal 1 Bier oder ein Glas Wein...

  An Stehtischen tauschte man die Erlebnisse des Tages aus. In den Pappbechern war Kaffee, Kakao o. ä. Warmes aus dem Automaten.

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So ein kühles Blondes am Abend tut richtig gut nach dem Tee oder Kakao oder Kranenberger (Wasserhahn) vom Tage...

  Am Montag begann dann das eigentliche Programm: Im Tent "B" (Zelt B) versammelten sich alle Jugendlichen im Alter von 15 bis 16 Jahren mit ihren Kontaktpersonen allmorgendlich um 10:00 Uhr zur Bibeleinführung und...

  ...und in dieser Masse Stefan aus St. Dionysius gefunden (kleine Hilfe: stehend, weißes Sweatshirt, dunkle Ärmel)? Die Treffen waren auf Englisch, wurden aber übersetzt.
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Wir hatten sehr viel Spaß bei diesen morgendlichen Treffen: Gymnastische Übungen zu "Paarise be the Lord, alleluja" oder wie hier Tanzeinlagen zu einem Lied auf Litauisch (eben international)

  Ab Donnerstag wurden eingeprobte Theaterstücke zu Bibelpassagen präsentiert: hier "Der verlorene Sohn". Kreativ: das Mastkalb aus Kartons.

  Erfindungsreich: Die große Design-Gruppe wurde als Theater-Vorhang eingespannt. Wären Sie nicht drauf gekommen, oder?

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Jesus war hier Gast im Hause des Zachäus, dem Zöllner von Jericho

  Das internationale Publikum war begeistert. Das zelt B war stets sehr gut gefüllt.

  Die Sünderin wäscht mit ihren Haaren Jesu Füße

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Zu den Theaterstücken gehörten auch Tanz- und Gesangseinlagen.

  "So erreichten sie Dorf [Emmaus], zu dem sie unterwegs waren. [...] Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen..."

  "Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr."

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Die eigentliche Bibelarbeit fand in Kleingruppen von 8 bis 12 Jugendlichen mit 1-2 Leitern statt. Nach Aussage von Bruder Timothee ist das Schlimmste in Taize: Wenn das Duschwasser kalt ist und diese Kleingruppen einzuteilen. Stefan und ich hatten jeweils Glück: wir erwischten deutschsprachige Kleingruppen.

  Natürlich hatten wir auch in den Kleingruppen Spaß: Sei es bei Gesang oder hier bei einer Spieleinlage: Beine verknoten
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  Eine andere Kleingruppe. Diese "tagte" im Garten hinter der Kirche (an der kleinen Kapelle (s.u.)
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An jedem zweiten Nachmittag hieß es für diese Kleingruppen Treffen am "Punkt 5". Am "Punkt 5" wurden diverse allgemeine Reinigungsarbeiten verteilt. Zu Beginn wurde aber...

  ...der "Point five Song" gesungen. Zur Info: Der pinke Schwamm (Sponge) ist für die WCs, der gelbe für die Waschbecken (sicks) und der blaue für Fenster und Spiegel
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  Hier reinigen wir den Essensbereich

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Meine Gruppe konnte sich leider nicht drücken und hatte am Samstag die Karte mit dem "A": Das Reinigen der Sanitäreinrichtungen (WCs, Duschen,...) auf dem Zeltplatz mit den farbigen Sponges

  Allmorgendliche Leiterbesprechung im "La Morada". Hier wurde der Tagesablauf und die Themen der verschiedenen Workshops am Nachmittag verteilt. Außerdem konnten dort Probleme besprochen werden.

  Und dies war der Löwenbändiger der 15 bis 16 jährigen Jugendlichen: Bruder Timothee. Mehrsprachig (deutsch, englisch, französich...), sehr nett, zuvorkommend, immer lächelnd, eine echte Werbung für die Communaute

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Nationentreffen im Raum "M" der Kirche am Donnerstag: 95% der Deutschen kamen aus Nordrhein-Westfalen. Überraschung für Bruder Andreas: Zur Einstimmung wurde das Taize-Hallejluja gespielt (was eigentlich eine Pilgergruppe aus England nach Taize gebracht hat)

  15-Minuten-Treffen am Samstag Mittag: Bruder Andreas versammelte die deutschsprachigen Pilgergruppenleiter im Garten vom "La Morada" zu einem kurzen Erfahrungsaustausch

  Deutschsprachiger evangelischer Abendmahlsgottesdienst in der Dorfkirche von Taize. Die Kirche war sehr gut gefüllt.

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Jetzt möchte ich ein bisschen die Verpflegung vorstellen: Es war stets großes Gedränge...

  ... an der Essensausgabe für Jugendliche im Schatten des Glockenturmes. Die Erwachsenen erhielten im Zelt oberhalb der Baracken ihre Verpflegung. Tortz dieser Menge musste man selten länger Anstehen
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  Dies (und nicht mehr) war das täglich Frühstück: Ein Baguette, ein Stück Butter, ein Stück Schokolade (Zartbitter) und eine "Tasse" Zitronentee oder Kakao. Der Apfel war bereits "Extra-Food"

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Ein typisches Mittagessen (Freitag): Ein Teller Eintopf (Thunfisch, Reis, Gemüse), ein paar Scheiben Baguette, eine Portion Käse, ein Joghurt oder Fruchtmus, ein Plätzchen und eine leere (!) Tasse (Kranenberger, Wasser aus der Leitung) und ein Löffel (keine Gabel, kein Messer)

  Ein typisches Abendessen (Samstag): Ein Teller Eintopf (Pasta mit Käse), eine Scheibe Baguette, eine Portion Käse, Obst, ein Joghurt oder Fruchtmus, ein Plätzchen und eine leere (!) Tasse (Kranenberger) und ein Löffel

  Stefan bei der Essensausgabe: Es wurde vor jedem Essen Freiwiliige für die Essensausgabe und den anschließenden Abwasch gesucht.
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"Hey, Stefan, nicht von der Arbeit ablenken lassen. Da haben sehr viele Hunger!"

  Gegessen wurde überall wo man sich hinsetzen konnte: Unter dem Glockenturm auf Bänken und Mauern,...

  Auf dem Platz vor der Essensausgabe (in der Botanik). Wie man sieht, schmeckt es Stefan. Was ich vergaß: Nachmittags war Tea-Time mit Tee und Kuchen.
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Abwasch am riesigen Spülbecken. Davon gab es zwei.

  Ach ja, unsere älteren Herrschaften waren mit dem Essen nicht ganz zufrieden. So gingen sie zum Oyak, wo es Extra-Food und "bessere" Getränke als Tee oder Wasser, wie etwa heißen Kaffee, gab.

  Lunch-Paket-Ausgabe am Tag der Abreise: Baguette, Obst, Chips, Kuchen, etwas zu Trinken.

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Besonders beeindruckend waren die 3mal am Tag stattfindenden Gebete und Gesänge in der Kirche. Sitzbänke waren die Ausnahme am Rand. Man saß im riesigen Raum auf dem Teppichboden.
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  Hervorzuheben ist zweifelsohne die Lichterfeier...

  ...beim Abendgebt am Samstag Abend. Es wurde analog der Osternacht das Licht einer Kerze in der ganzen Kirche "verteilt"

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Während der ganzen Zeit wurden immer wieder kehrende Verse der Taize-Lieder gesungen.

  Die Stimmung war einfach unbeschreiblich.
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  Nach dem Segensgebet wurde die Kreuzikone in den Mittelgang zur Kreuzverehrung und Gebet aufgestellt. Am Freitag Abend wurde sie zwecks innigem Gebet in den Mittelgang gelegt.

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Herzlich Willkommen in der Communaute: Der Glockenturm bildete unmittelbar hinter dem Casa den Eingang zum Gelände

  Zu jeder Gebetszeit wurden die Gläubigen von den glocken in die Kirche gerufen. Die Kirche war ca. 100m entfernt.

  Die Kirche von außen vor wolkenschwerem Himmel. Ja, die Kirchtürme tragen orthodoxe Kreuze
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Aber zwischenzeitlich gab es auch strahlend blauen Himmel
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  Ein Blick in die leere Kirche (zu dieser Zeit war Fotografieren erlaubt)

  Ein Blick in die leere Kirche
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Kirchenfenster (Größe ca. DIN A3): Die Geburt Jesu

  Kirchenfenster (Größe ca. DIN A3): Maria bei Elisabeth - Magnificat

  Kirchenfenster (Größe ca. DIN A3): Christus als Herr der Welt

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Die Kreuzikone stand tagsüber seitlich neben dem Altar

  Ein Blick in die orthodoxe Kapelle hinter der Krypta unter der Kirche

  Die Krypta - hier wurde jeden Morgen um 7:30 Uhr eine Hl. Messe gefeiert.

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Kreuz in der Krypta

  Kapelle im Garten hinter der Kirche

  Source St. Etienne - Quelle, Bereich der Stille

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Der Bach aus der Quelle (oberer See)...

  ...war ein beliebter Ort für Ruhe Suchende

  Bootssteg mit Blick auf den großen See im Garten von St. Etienne

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In der dichten Meditation konnte man schweigend meditieren und spazieren gehen

  Wasserfall am oberen (kleinen) See von St. Etienne

  Aber auch auf dem Zeltplatz der Erwachsenen war es manchmal recht ruhig. Hier genießen Frau Müller und Frau Lomp diese Stille.
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Zeltplatz für die Jugendlichen

  In den Versammlungszelten Tent "B,P,R" war stets Leben: zahlreiche Spatzen nisteten in den Lampen und an den MAsten

  Blick auf die Dorfkirche von Taize
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Das Grab von Frere Roger, dem Gründer der Communaute, an der Dorfkirche
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  Ausblick ins Burgund (unterhalb der Dorfkirche)

  Die Dorfkirche von Taize (von unten)

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Blick ins Burgund (andere Richtung)

  ...

  Der "Dressurplatz" an der Communaute, ein Parkplatz oder zusätzlicher Zeltplatz

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Blick vom Zeltplatz

  Der gelb-grüne Streifen ist ein Feld mit Sonnenblumen

  ...
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Dorfkirche von ...

  ...

  Lichtspiel ind den Wolken

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Ein schwacher Regenbogen (vom Dach zum Baum)
Den kräftigen habe ich leider betend verpasst

  Aber zeitweise war der Himmel auch strahlend hell.

  Manchmal zog man sich mit seiner Gruppe auf die "Stube" in den Baracken zurück.

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"Hausmusik"

  Ja, es wurden auch Freundschaften geschlossen

  Gruppenbild
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Ich war schneller. Im Zeitalter der Digitalfotografie wurden viele Momente fotgrafisch festgehalten

  Gruppendiskussion: Das Bild ist doch gut geworden, oder?

  Rund um die Kirche wurde um Stille (Cisza, Silence) gebeten.

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Bei einem Workshop wurde Hongkong vorgestellt.

  Ohne Worte - Vikar und Diakon
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  Am Ende der Woche waren die Herrschaften dankbar abends sitzen zu können

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Gruppenfoto der Pilgergruppe aus St. Dionysius: v.l.: Vikar N. Linden, Frau G. Lomp, Diakon B. Ogrodowczyk, Frau W. Müller, Frau H. Hengst, Andreas Stölker, Stefan Söllenböhmer
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  Rückfahrt - Blick vom Grenzübergang Luxemburg

  Endlich (???) etwas Vernünftiges (???) zu essen
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Logo Taize Bildergalerie vom Ausflug nach Cluny am Donnerstag, 28.06.2007


Internetseite der Communaute de Taize: http://www.taize.de (www.taize.fr)



Bericht im "Rund um den Kirchturm" 2/2007:

Eine Woche in Taize vom 24.06. bis 01.07.2007
Man kann es nicht beschreiben, man muss es selbst erleben

Durch den Pfarrbrief bin ich auf die Fahrt nach Taizé aufmerksam geworden. Aber was soll man sich unter Taizé vorstellen? Was ist Taizé? Neugierig geworden, ging ich zum Infoabend. Doch ich war der einzige dort im meinem Alter. Das machte mich schon stutzig, weil im Pfarrbrief stand, das diese Fahrt für Jugendliche sei. Der Vikar zeigte uns einen Film über Taizé. Dort sah man, wie das Leben in Taizé abläuft und auch, wie die Communauté im Burgund entstanden ist: durch Frère Roger. Obwohl ich erfahren hatte, dass ich als einziger Jugendlicher aus unserer Gemeinde mitfahren würde, habe ich mich angemeldet. Ich hoffte insgeheim, dass sich noch der eine oder andere Jugendliche anmelden würde - dem war aber nicht so.

So machten wir uns also am Sonntag den 24. Juni frühmorgens auf nach Taizé - eine lange Fahrt. Mit mir fuhren Vikar Linden, Diakon Benedikt, Andreas Stölker, Frau Lomp, Frau Müller und Frau Hengst. Die lange Fahrtzeit vertrieb man sich mit schlafen, unterhalten und essen.

In Taizé angekommen, ging jeder zum Welcome, wo man einige wichtige Dinge über Taizé erfuhr. Danach wurden die Zimmer bezogen. Ich durfte mit Benedikt und Andreas, zwei Schweden und einem Iren in einem Zimmer schlafen. Nach dem ganzen Auspacken hatte man richtig Hunger bekommen und wie gut, dass auch Essenszeit war. Das erste Taizé-Essen. Die Mahlzeiten waren sehr gewöhnungsbedürftig, aber vollkommen ausreichend. Zur Not gab es ja noch den Oyak, eine Art Kiosk und abendlicher Treffpunkt. Sofort nach dem Essen gab es das Abendgebet in der Kirche. Wie in jedem Taizé-Gebet wurden die Lieder sehr häufig wiederholt und es gab auch hier eine Zeit der Stille. In dieser Zeit konnte man über vieles nachdenken. Nach dem Gebet war dann Nachtruhe oder man blieb noch in der Kirche und sang weitere Lieder oder man ging zum Oyak, um sich zu unterhalten.

Am nächsten Tag gab es nach dem Morgengebet um 8:15 Uhr das Frühstück mit einem kleinen Baguette, Schokolade und Tee/Kakao. Wenn man wollte, konnte man auch noch um 7:30 in die kath. Morgenmesse besuchen. Nach dem Frühstück ging es je nach Alter zu den Themengruppen.

Für mich hieß das: Bibeleinführung durch einen Bruder im Zelt B mit ca. 250 Jugendlichen. Frère Timothee gab uns einen Text über Jesus, als er 12 Jahre alt war. Die Veranstaltung war Englisch, aber es wurde simultan übersetzt und die Texte gab es in verschiedenen Sprachen. Frère Timothee redete mit uns über diesen Text und danach wurden wir in Gruppen aufgeteilt. Weil wir uns zu zweit zusammen tun und dann zu einem Leiter gehen sollten, sprach mich Christopher aus einer ungraden Gruppe an - ich war schließlich alleine aus Borbeck. Wir befreundeten uns und gingen zur Birgit. Seit diesem Zeitpunkt war ich in einer Gruppe aus Wuppertal und Engelskirchen integriert. In den (internationalen) Bibelgruppen haben wir uns zunächst gegenseitig vorgestellt. Später sind wir dann näher auf die Texte - es gab jeden Morgen eine andere Bibelstelle - eingegangen und haben uns bis zum Mittag zu dem Text Fragen gestellt und diese beantwortet.

Nach dem Mittagsgebet um 12:20 gab es wieder Essen. Jeden Nachmittag musste ich entweder zum Putzen oder zum Theater. Wenn ich am ersten Tag putzen war, durfte ich am Tag danach zum Theater. Beides hatte viel Spaß gemacht (ja, das Putzen auch). Wenn die Arbeit getan war, hatte man wieder Freizeit. Wenn man wollte, konnte man nachmittags zu den verschiedenen Workshops gehen. Am Freitag Nachmittag sollte sich jeder für ca. 30 Minuten in Stille zurückziehen und nachdenken - man glaubt gar nicht, wie schnell die Zeit verflogen war...

Um 19.00 Uhr gab es dann wieder Essen, anschließend war dann das Gebet und Nachtruhe (siehe oben).

So ging es eigentlich jeden Tag. An manchen Nachmittagen haben wir etwas unternommen, wie z.B. zum Stadtbummel nach Cluny zu fahren.

Da die Erwachsenen ihr eigenes Programm hatten (Altersgruppen!), kann ich euch darüber nichts berichten.

Mir hat Taizé richtig gut gefallen und werde bestimmt nächstes Jahr wieder mitfahren. Ich hoffe allerdings, dass noch mehr Jugendliche mich begleiten und auch diese Erfahrung machen, sich mit Jugendlichen und Erwachsenen aus aller Welt über Gott und die Welt (zur Not auch in Englisch) zu unterhalten.

Stefan Söllenböhmer



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Fotos: A. Stölker /
S. Söllenböhmer / N. Linden
Stand 23.Juli 2007